Du fragst dich, warum ich empfehle,  das du ab heute deine Supplements selber bauen solltest? Wenn du weiter Unmengen an Geld für Supplements ausgeben willst, bei denen du gutgläubig der Firmenwerbung und gesponserten Athleten trauen möchtest, statt den Fakten und deinem Hirn, dann lese bloß nicht weiter. Falls du jedoch bereit bist, „hinter die Kulissen zu schauen“ ist dieser Artikel genau der richtige: Völlig überteuerte, intransparente Produkte. Viel zu niedrig dosierte Inhaltsstoffe. Ausbleibende Wirkung vieler „empfohlener“ Supplements. Viele Aussagen über die Online-Kanäle und Plattformen haben mich dazu bewegt, den Supplement Markt zu beleuchten und verändern zu wollen. Warum ich nur empfehlen kann, Dir Deine eigenen Supplements (egal aus welcher Kategorie) selber zu bauen, liest Du in diesem Supplement Insider Artikel 😉

1. Inhaltsstoffe ohne Wirkung – Supplements selber bauen ist das Motto

Egal ob Pre Workout Booster, Fatburner oder Weight Gainer: Oft mischen Supplement Hersteller eine Vielzahl an Inhaltsstoffen in ihre Rezepturen. Diese besitzen zwar fantastische Namen, die Dir die Hoffnung auf eine Wirkung geben. Jedoch sind die fancy Inhaltsstoffe meistens nicht ausreichend mit qualitativen Studien ausgestattet. Der Hintergrund ist, dass Dir eine lange Inhaltsstoffliste vermitteln soll, je mehr Inhaltsstoffe und je tropischer die Namen klingen, desto mehr muss es ja wirken. Frei nach dem Credo: „Mehr gleich besser!“.

Nachteil für Dich: Du zahlst viel zu viel Geld für eigentlich unwirksame Supps.

2. Inhaltsstoffe ohne wirksame Dosierungen

Gehen wir davon aus, dass Dein Supplement eine vernünftige Basis an Inhaltsstoffen besitzt, die in Studien tatsächlich eine Wirkung gezeigt haben. Schon mal gut, dass sich solche Inhaltsstoffe in Deinem Supplement befinden. ABER: Wichtig ist am Ende die korrekte Dosierung, die zur gewünschten Wirkung führt. Hier können Supplement-Hersteller Dir nämlich wunderbar vermitteln, dass die „wichtigsten“ Inhaltsstoffe für Dein jeweiliges Supplement (z.B. Trainingsbooster oder Fatburner) zwar vorhanden sind. Jedoch schreibt keine Behörde oder Gesetz es ihnen vor, wirkungsvolle Dosierungen zu verwenden, die in Studien dokumentiert sind.

Was bedeutet das für Dich? Oft wirst Du für Deine Supplements teures Geld, für viel zu niedrig dosierte Inhaltsstoffe bezahlen. Eine Wirkung von unterdosierten Inhaltsstoffen wird zudem sowieso nicht stattfinden…

Keine exakte Anzeige der Dosierungen

Ein weiterer Trick, der beispielsweise geschätzt in 80 – 90 % aller Pre Workout Booster genutzt wird, ist die Verschleierung der einzelnen Dosierungen über die sogenannten Proprietary Blends (mehr dazu in meinem Artikel „Der Trick der Proprietary Blends – und wie du ihn durchschaust„). Hersteller behaupten hier oft, sie würden über die Propietary Blends ihre „eigens“ hergestellten Rezepturen vor Wettbewerbern schützen wollen – was völliger Bullshit ist! Denn jedes durchschnittliche Labor kann einem auf Wunsch die Zusammenstellung von beispielsweise Boostern analysieren (ich kann Dir nur meinen Artikel zu den Proprietary Blends empfehlen, wenn Du mehr wissen willst;-) ).

Leser meines Blogs berichten mir immer gerne, was sie mit korrekt dosierten Supplements, neben einem vernünftigen Training und Ernährung an Wirkungen verzeichnen können. Nämlich eine nie da gewesene, da sie vorher auf die vielen unnützen Supplements zurückgegriffen haben… 😉

Nachteil für Dich: Du zahlst jeden einzelnen Inhaltsstoff zu völlig überteuerten Preisen, inklusive der Verpackungs- und oft ausgiebigen Werbekosten der Hersteller mit -> den Supplement-Hersteller freut es sicherlich…

3. Achtung Falle – Falsch präsentierte Supplement Studien

Dieser Punkt ist meiner Meinung nach, mit einer der größten Unverschämtheiten: Kennst Du die Produktdetailseiten von Supplement-Herstellern oder Blogartikeln, die am Ende immer eine Vielzahl an Studien aufzeigen, um ihre Supplements und deren Wirkung zu dokumentieren?

Das ist mit die größte Falle: Anstatt das hier auf Dich bzw. einen Trainierenden anwendbare Studien diskutiert werden, lese ich hier oft völlig aus dem Zusammenhang gerissene Studien. Diese werden sich argumentativ irgendwie zurecht gelegt, um die Wirkung eines einzelnen Inhaltsstoffes zu dokumentieren. Beispiele gefällig? Gern genutzt werden sogenannte InVitro Studien. Sprich: Ein gewisser Wirkmechanismus des Inhaltsstoffes wird im Reagenzglas über spezielle Zellkulturen getestet bzw. versucht zu beweisen –  aber auf den Menschen anwenden lassen sich diese InVitro Studien so gut wie nie und besitzen für Dich also null Aussagekraft!

Studien sind oft alles andere als repräsentativ

Ist diese Studie repräsentativ für eine Wirkung im menschlichen Körper – Nope! Auch Studien, die an Tieren durchgeführt werden, können nicht so einfach auf den Menschen übertragen werden. Sicherlich liefern diese Studien erste Anhaltspunkte und wichtige Erkenntnisse für Folgeforschungen. Diese jedoch als „selbstverständlich anwendbar“ gegenüber potenziellen Kunden zu verwenden, ist eine Unverschämtheit. Die grundsätzliche Basis für eine Zusammensetzung, der Inhaltsstoffe für ein Supplement sollten am Menschen durchgeführte, korrekt aufgesetzte Studiendesigns sein – und nicht zu 90 % nicht auf den Menschen übertragbare InVitro- oder Tierstudien.

Nachteil für Dich: Dir wird durch fragliche Studien ein wunderschönes Wirkungsbild von Inhaltsstoffen dargestellt. Der Supplement Anfänger oder jemand, der sich nicht intensiv mit Studien und Studiendesigns auskennt, geht automatisch davon aus, dass es ja wirken müsste. Gerade wenn schon so viele Studien existieren und in den Zusammenhang gebracht werden. Ohne sich jetzt intensiv mit jedem Inhaltsstoff, dessen Studienlage, Wirkung und Dosierungsempfehlungen auseinander zu setzen, vertraust Du hier auf (leider sehr oft zu geschönte und eigentlich nicht anwendbare) Interpretationen – und nicht auf eine professionelle Interpretation und Auswertung des jeweiligen Inhaltsstoffes.
Um genau diese riesige Wissenslücke aufzufüllen, habe ich den Supplement Insider Blog erstellt – Mein Ziel ist es, mit meinen Artikeln Licht in den Supplement Dschungel zu bringen 😉

4. Völlig Überteuerte Produktpreise

Um die „neuen“ Supplements an den Mann zu bringen, wird eine riesige Werbemaschinerie genutzt. Unternehmen investieren Millionen an Euro, um neue Produkte bekannt zu machen, Social Media Stars zu sponsorn und somit Trainierende mit bestimmten Zielen (Muskelaufbau/Fettabbau/mehr Performance) zu einem Kauf zu bewegen.

Typische Kosten eines Supplement-Herstellers sind beispielsweise das Produktdesign, die Verpackungs- und Herstellungskosten, Werbung online und offline, hoch designte Unternehmensauftritte bzw. Website’s und teure Sponsorings von Athleten und Social Media Influencern. Möchtest du wirklich diesen Rattenschwanz an Kosten mit finanzieren, nur damit Supplement Unternehmen Jahr für Jahr eine Vielzahl von neuen Boostern, Fat Burnern und Co. mit selbst erfundenen Wirkungsmatrixen rausbringen können? Und dass meistens nur, um den Schein des Produktes und dessen Wirkungen bei Athleten und Fitness Influencern zu finanzieren?

Rechne doch einfach mal die tatsächlichen Gramm oder Milligramm Preise pro Inhaltsstoff hoch und Du wirst sehen, dass Du ein Vielfaches an Euros zahlen musst als wenn Du Dir Deine Supps selbst baust! Auf ein Jahr gesehen, können hier schnell hunderte von Euro gespart werden!

Gekaufte Koffeinkapseln vs. selbstgemachte Koffeinkapseln

Beispiel gefällig? Check einfach mal online die Preise für Koffeinpulver. Jetzt schau Dir mal in Fitness Onlineshops die Preise für Koffeinkapseln von bekannten Supplement Unternehmen an. Preise von 8 – 15 Euro für eine Packung sind hier keine Seltenheit. Wenn Du aber den Inhalt (Anzahl der Kapseln), mit der jeweiligen Dosierung pro Kapsel multiplizierst, hast Du die gesamte Menge, die sich in allen Kapseln zusammen befindet. Jetzt rechne diese Menge auf die Packung Koffeinpulver herunter. Du wirst sehen, dass der Inhalt als Rohstoff gerade einmal etwas unter einem Euro kostet (die Leerkapseln kosten übrigens auch nicht die Welt!).

Bereits bei einfachen Koffeinkapseln (auf die Menge gesehen) zahlst Du das 10 – 18 fache! Selbst hergestellt kannst Du Dir beispielsweise Deine eigenen Koffeinkapseln für einen € selbst herstellen, anstatt dass Du 8 – 15 € ausgibst. Was meinst Du, was Du mit eigens gebauten Boostern, Fatburnern, Weigh Gainern und Co. an Geld sparen kannst! Und zudem kannst Du so sicherstellen, dass Du so direkt die wirklich wirkungsvollen Dosierungen vornimmst – das kann für Dich mehr Performance und mehr Erfolge und Gains im Gym bedeuten 😉

Nachteil für Dich: Du zahlst viel zu viel für teure, fertige Supplements, anstatt diese ganz einfach um ein Vielfaches selbst nachzubauen oder gar Deine eigenen Supplement Rezepte zu kreieren. Die Firmeninhaber lachen sich ins Fäustchen…
Check einfach mal meinen Artikel „Die Top 3 Must Haves für Dein eigenes Supplement Labor Zuhause“ ab. Dort findest Du alles, was Du zum Einstieg an Informationen brauchst.

5. Undurchsichtige Dosierungsempfehlungen

Solltest Du Dir schon einmal einen Trainingsbooster oder Eiweisspulver gekauft haben, kennst Du sicherlich die Dosierungsanleitungen auf der Produktverpackung und die üblich genutzte Dosierung von einem „Scoop“. Ein Scoop beträgt dabei immer eine gewisse Menge an Gramm vom jeweiligen Supplement und liegt den meisten Eiweißpulvern und Pre Workout Boostern bei. Diese Dosierung empfiehlt der Hersteller meistens für eine Trainingseinheit bzw. Anwendung. So sind in einer Verpackung meistens durchschnittlich 20 bis 30 Portionen (oder auch „Scoops“) enthalten. Hört sich im Grunde im ersten Moment sehr gut an: 30 Portionen = 30 Trainingseinheiten mit dem Trainingsbooster – wow, das hält ja lange!

Dosierung pro Scoop fällt kleiner aus

Jedoch nutzen einige Hersteller neuerdings gerne einfach pro Scoop kleinere Dosierungen in der Menge. Was bedeutet das für Dich? Anstatt nur einem Scoop, wirst Du für eine Trainingseinheit vielleicht direkt oder nach einer ersten Einnahme mit nur einem Scoop, 1,5 oder 2 Scoops dosieren, da Du sonst keine Wirkung verspürst. Selbstverständlich verspürst Du bei 2 Scoops dann auch oft, oh großes Wunder, eine Wirkung (weil dann vielleicht 2 oder 3 Inhaltsstoffe von den vielen, die vorhanden sind, mal ansatzweise korrekt dosiert sind). Aus ursprünglich „30 Portionen und 30 Trainingseinheiten“ können so schnell nur noch „15 Portionen und 15 Trainingseinheiten“ werden, was für Dich die Kosten für dieses Supplement exorbitant in die Höhe treibt! Die Packung ist schnell leer. Die Folge -Du musst zügiger eine neue Packung kaufen. Auch hier wird sich der Hersteller über die Wiederkäufe freuen… Dein Portmonnaie jedoch weint!

Was bei diesem Trick noch gerne zusätzlich gemacht wird (bei z.B. Trainingsboostern): sie behaupten, dass die Dosierung von einem Scoop für Anfänger ist, 2 Scoops für Fortgeschrittene oder schwere Athleten. Da Du dann letztlich bei 2 Scoops landest (weil wahrscheinlich bei einem Scoop schon allein das Koffein sehr niedrig dosiert ist), bist Du indirekt noch geschmeichelt, da Du laut Booster dann als „Fortgeschritten“ giltst. Bullshit-Alarm!

Bei Boostern hat die Wirkung überwiegend lediglich, mit einem bereits vorhandenen oder nicht vorhandenen Gewöhnungseffekt bei den einzelnen Inhaltsstoffen zu tun, insbesondere gegenüber den Stimulanzien. Sprich, wenn Du im Alltag regelmäßig viel Kaffee trinkst, wirst Du automatisch weniger auf Booster ansprechen und weniger Wirkung verspüren, die sich von den Inhaltsstoffen stark auf koffeinbasierte Stimulanzien konzentrieren.

Wie kannst Du diesem Trick auf die Schliche kommen? Hinterfrage Supplements, die von sich aus im Produktlabel Dosierungen mit einem und zwei Scoops aufführen. Zudem solltest Du generell die einzelnen Dosierungen pro Inhaltsstoff, auf Eignung für eine Wirkung überprüfen.

6. Regelmäßiger Konsum von Zusatzmitteln

Kaufst Du fertige Supplements, ist in fast jedem einer der nachfolgenden Punkte enthalten:
a) Konservierungsstoffe
b) Farbmittel
c) Aromen
d) Süßungsmittel

Ob und wie gesund dies auf Dauer für Dich und Deinen Körper ist, musst Du für Dich selbst bewerten. Fakt ist, dass Du bei dem Nutzen fertiger Supps über keine Kontrolle verfügst, was die jeweilige Menge dieser Zusatzmittel betrifft. Sie sind in einer gewissen Dosierung eben enthalten und Du führst Deinem Körper die Zusatzmittel dauerhaft zu.
Ich für meinen Teil versuche den Anteil der Zusatzmittel so gering wie möglich zu halten. Dies kann ich über meine eigenen Supplement Rezepte und Stacks sehr gut steuern.

Natürlich haue ich mir hier und da auch geile, fertige Booster rein, aber dies in Maßen und kontrolliert.

7. Nicht berücksichtigte Individualität

Jeder Athlet ist anders. Du hast einen anderen Stoffwechsel, eine andere Körperzusammensetzung, andere Defizite an Nährstoffen und andere Fitness Ziele als ich. Bei dem einen kann daher Tyrosin als Supplement funktionieren, weil er durchschnittlich gesehen über seine Nahrung weniger Tyrosin aufnimmt als andere – und jetzt, da separat aufgenommen, dieses Defizit an Tyrosin ausgefüllt wird. Die eine Person besitzt Toleranzen gegenüber Koffein, da sie generell jeden Tag bereits auf der Arbeit zwei bis vier Tassen Kaffee trinkt. Die andere Person merkt bereits nach einer Koffeinkapsel mit 100 mg eine krasse Steigerung ihrer mentalen „Wachheit“.

Was ich damit sagen will: Jeder Mensch ist unterschiedlich und so wirken Supplements auch unterschiedlich gut/schlecht bei Dir. Nicht vergessen darf man, das Supplements immer noch „Nahrungsergänzungsmittel“ sind. Sprich sie sollen Dir helfen Deine vorhandenen Defizite auszugleichen.
Bei fertigen Supplements, egal ob jetzt Trainingsbooster, Fatburner oder Weight Gainer, wirst Du nie erfahren, auf welchen Inhaltsstoff Dein Körper jetzt so wunderbar angesprochen hat. Da eine Vielzahl an Inhaltsstoffen enthalten sind, kannst Du dies keiner bestimmten Menge oder Anzahl an Inhaltsstoffen zuordnen, sondern betrachtest immer das jeweilige Gesamtprodukt. Vielleicht benötigst Du aber gar nicht 8 Inhaltsstoffe (von denen alleine 5 bereits unterdosiert sind, aber das ist jetzt Off Topic…) aus dem Fatburner 2020 für 34,95 € (fiktives Beispiel), sondern Dir würde ganz einfach die Kombination aus zwei oder drei Inhaltsstoffen daraus reichen, um die gleiche Wirkung zu erzielen.

Stellst Du Dir daher jedoch selbst Deine Supplements Stacks oder Supps, um Dein aktuelles Ziel optimal zu berücksichtigen. Gepaart mit einer korrekten Dosierung pro Inhaltsstoff, wirst Du für Dich genau nachvollziehen können, was bei Dir tatsächlich wirkt und was nicht. Positiver Nebeneffekt: Anstatt hunderte von Euro in den nächsten Monaten oder vielleicht sogar Jahren für unnötige, oft überteuerte, vielleicht unterdosierte Supplements zu zahlen, kannst Du ab heute selbst Deines Glückes Schmied werden und die Zügel in die Hand nehmen!
7 Gründe, warum Du Deine Supplements selber bauen solltest
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